Besser gemeinsam!

Das Projekt „dEMPOWER“ richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, deren Eltern an einer Demenz erkrankt sind und hat zum Ziel, sowohl die Jugendlichen als auch die Familie zu empowern.

Kinder/Jugendliche vermissen im langjährigen Verlauf der fortschreitenden Demenzerkrankung eines Elternteils häufig Aufmerksamkeit und Hilfestellung in der Bewältigung der Probleme aus ihrer Kinder-/Jugendperspektive. Die Folgen sind unter anderem schulische Schwierigkeiten, Probleme in freundschaftlichen Beziehungen zu Gleichaltrigen usw. Das ist mit gravierenden Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung sowie mit einem hohen Risiko für psychische Probleme, psychiatrische Erkrankungen und diesbezüglichen Behandlungsbedarf im weiteren Leben verbunden.

Existierende Hilfesysteme sind ausschließlich auf erwachsene Angehörige ausgerichtet. Dieses Defizit in der Unterstützung pflegender Angehöriger möchten wir mit diesem, deutschlandweit einmaligen Projekt, schließen und Kindern/Jugendlichen ein Angebot machen, in dem sie sich im Austausch mit ebenfalls betroffenen Kindern/Jugendlichen entlasten, Kompetenzen im Umgang mit der Demenzerkrankung eines Elternteils erlernen, ihre persönlichen Stärken (wieder) wahrnehmen können und Kind/Jugendlicher sein dürfen. Ziel ist ebenfalls, unter Einbeziehung der Eltern, das gesamte Familiensystem zu stabilisieren und zu entlasten.

Mit der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Vinzenz e.V., dem LWL-Universitätsklinikum Bochum und der Alzheimer Gesellschaft Bochum e.V. haben sich drei ausgewiesen erfahrene Institutionen zusammengeschlossen, die ihr Know-How in der sozialpädagogischen Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie Demenzbehandlung und psychosozialen Begleitung von demenzbetroffenen Familien nun auch in diesem Projekt vernetzen und hierbei bereits auf erfolgreiche Kooperationserfahrungen zurückgreifen können.

Die Arbeitsweise und Methodik der Gruppenarbeit „dEMPOWER“ knüpft an die Lebenswirklichkeit, die individuellen Ressourcen und die Problematik der teilnehmenden Kinder/Jugendlichen an. Ausgehend vom situativen Ansatz wird eine prozess- und lösungsorientierte Vorgehensweise eingenommen.

Ziele der Gruppenarbeit:

  • Solidaritätserfahrungen in der Peergroup
  • Enttabuisierung und Auseinandersetzung mit der Erkrankung (Psychoedukation)
  • Aufbau von Strategien zur Krisenbewältigung
  • Umgang mit Rollenumkehr und -konflikten
  • Ausbau sozialer Kompetenzen und Erfahren von Selbstwirksamkeit
  • Authentischer Ausdruck von Emotionen
  • Wahrnehmung eigener Bedürfnisse
  • Abbau von Schuldgefühlen
  • Verminderung/Vermeidung von sozialer Isolation
  • Aufbau von gegenseitigem Verständnis innerhalb der Familie sowie Erweiterung familiärer Copingstrategien
  • Aktivierung und Förderung individueller Ressourcen

2. Fachtag am 14.06.2024

KIDSDEM – Kinder und Jugendliche demenzerkrankter Eltern: Weiterdenken

Hier finden Sie die Dokumentation des Fachtages und die Vorträge

1. Fachtag am 23.09.2022

Kinder und Jugendliche demenzerkrankter Eltern – Wissenschaft, Theorie und Praxis: Hintergründe und das interdisziplinäre Pilotprojekt

Hier finden Sie die Dokumentation des Fachtages und die Vorträge

Kontakt

Sehr gerne beantworten wir Ihre Fragen, erläutern das Projekt näher und nehmen Kontakt zu Interessierten auf. Dies ist für Sie natürlich völlig unverbindlich!